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  • Vorschau Bayer Leverkusen-Borussia Dortmund

    Taktische Vorschau: Leverkusen - Dortmund

    Die Umschaltmannschaften von Platz zwei und drei treffen am Sonntag in Leverkusen zum Spitzenspiel aufeinander. Neben der Brisanz, die von der Tabellensituation und der ohnehin starken Besetzung beider Teams ausgeht, ist dieses Duell auch eine spannende Feuerprobe für das interessante Leverkusener System.
    Die Dynamik der Pressingfallen

    Es wird ein Test, der in die Extreme ausschlagen kann. Bayers enges 4-3-3 könnte sich als geniales Konzept gegen das Dortmunder Gegenpressing herausstellen: Wenn es der Leverkusener Dreifachsechs gelingt, bereits im Mittelfeld die Bälle zu erobern, könnten die eng stehenden Schürrle und Castro leicht in gute Kontersituationen gebracht werden und die Viererkette des BVB wäre vor harte Prüfungen gestellt.

    leverkusen-borussia-dortmund-taktische-vorschau

    Auf der anderen Seite könnte die Borussia auch die optimale Elf sein, um die mittlerweile berüchtigten Leverkusener Gegenstöße zu verhindern. Diese entstehen normalerweise durch die Pressingfallen, die Leverkusen in den Räumen zwischen Kießling und dem Mittelfeld aufstellt. Da in Bayers System der Zehner fehlt, gibt es dort Löcher, die aber oft für den Gegner tödlicher werden als für Leverkusen, weil sie schwerer zu bespielen sind, als es anfangs wirkt. Die drei Sechser können flexibel herausrücken, die Halbstürmer verengen diese Räume und schneiden die Passwege nach Außen ab und Kießling beteiligt sich in der Rückwärtsbewegung stark am Pressing. So kann Leverkusen gerade in diesen Räumen viele Bälle erobern, wenn der Gegner einmal dort hin gelockt wurde.

    Der BVB hat aber zwei bis drei Spieler, die gerade in solchen Bedrängnisräumen enorme Qualität haben. Gündogan, Götze und gegebenenfalls natürlich auch Sahin können sich mit ihrer herausragenden Technik (Gündogan), Beweglichkeit (Götze) und Koordination (Sahin) besser aus Engstellen befreien als die meisten anderen Bundesliga-Spieler. Insofern wird es interessant, ob sich Götze und Gündogan in die Pressingfallen bewegen und dort die Bälle fordern, oder sich Gündogan stattdessen zurückfallen lässt und Dortmund hauptsächlich versucht, diese Räume zu überbrücken. Ersterer Ansatz wäre riskanter, könnte sich aber enorm auszahlen, wenn er funktioniert. Dann könnten die Borussen die offenen Räume auf den Flügeln und hinter den herausrückenden Sechsern anspielen, um von dort kontrolliert die Leverkusener Abwehr attackieren.
    Fragezeichen in der Breite

    Der zweite Kernbereich neben den Dortmunder Sechserräumen sind die Flügel auf beiden Seiten. Hier hat Leverkusen die zweite Leerstelle in der Formation: Durch die enge Stellung der Halbstürmer haben die gegnerischen Außenverteidiger etwas Platz. Allerdings ist es für sie schwierig, diesen Platz auch zu nutzen, da die Wege ins Zentrum dann wiederum von den nachrückenden Bayer-Sechsern und dem kompakt mitschiebenden Halbstürmer versperrt werden.

    Die Borussia kann allerdings auch hierfür ein Gegenmittel aufbieten: Piszczek ist rechts der wohl durchschlagskräftigste Außenverteidiger der Liga, der in den Freiräumen Tempo aufbauen und mit seinem kongenialen Vordermann Blaszczykowski außen durchbrechen könnte. Aus diesem Grund setzten Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski im Hinspiel auch auf ein 4-4-1-1 mit dem defensivstarken Hegeler als Gegenspieler von Piszczek. Dieses Konzept scheiterte zwar, aber eine andere Anpassung von Bayer ist denkbar: Oft werden Castro und Schürrle im laufenden Spiel in eine flachere 4-5-1-Ordnung zurückgezogen, um außen stabiler zu stehen. Dann geht Leverkusen aber Gefährlichkeit im Konterspiel verloren. Eventuell setzt Leverkusen daher auch auf eine asymmetrische Ordnung, bei der links ein breiter und rechts gegen Schmelzer ein eng positionierter Flügelstürmer aufgeboten wird. So begannen sie auch in München, wodurch Lahm stärker abgedeckt wurde als der ungefährlichere Badstuber.

    Auch Dortmund muss sich um die Leverkusener Außenverteidiger und besonders Rechtsverteidiger Carvajal Sorgen machen. Das Leverkusener Aufbauspiel ist extrem auf die Vorstöße des Spaniers ausgelegt. Klopp deutete auch an, dass das bereits in Manchester und München erprobte 4-5-1 der Borussen eine Möglichkeit sein könnte, mit dieser Problematik fertig zu werden. Eventuell könnte es Dortmund mit einer guten Anpassung auch gelingen, selber zu schnellen Gegenstößen durch die Flügelräume zu kommen, obwohl Leverkusen wegen seiner defensiv denkenden Mittelfeldspieler meistens kaum konteranfällig ist.
    Prognose

    Leverkusen wird wohl wie üblich vor allem über das Konterspiel in die Partie kommen wollen. Ob dies gelingt, wird vom Dortmunder Spielaufbau und eventueller Anpassungen abhängen. Beide Mannschaften haben Trümpfe auf der Hand; entscheidend wird sein, wer seine besser einbringen kann.

    Quelle: http://www.bettingexpert.com/de/blog/taktische-vorschau-spielverlagerung-leverkusen-dortmund

  • Gerri wills wissen!

  • Erste Trainingseinheiten auf dem Platz

    Am heutigen Donnerstag mussten die FCK-Profis gleich zweimal ran.
    Die morgendliche Einheit um 10.00 Uhr begann mit Stabilitätsübungen in den Katakomben des Fritz-Walter Stadions bevor die Mannschaft angeführt vom Trainerteam um Franco Foda, Thomas Kristl und Oliver Schäfer Platz 2 betrat.
    Mit von der Partie waren auch Probespieler Tanju Kayhan von Besiktas Istanbul, der laut Foda auf den beiden defensiven Außenbahnen eingesetzt werden kann, sowie Mitchell Weiser, über den sein ehemaliger A-Jugend Trainer Manfred Schadt vom 1. FC Köln sagt: "Ein pfeilschneller Spieler, der sehr mutig ist und vor nichts Angst hat."
    Die Torhüter nahm knöpfte sich Gerry Ehrmann vor und die Feldspieler verteilten sich auf 3 Stationen, wo intensiv am Direktpassspiel gearbeitet wurde.
    Im Anschluss folgten Spielformen auf Ballhalten bei denen Cheftrainer Foda immer wieder forsch den diagonalen und vertikalen Pass forderte. Dabei waren 2 Pflichtkontakte vorgegeben um die Ballkontrolle zu trainieren.
    Abschließend kam es zu einer intensiven Spielform mit vielen Torabschlüssen. Im auf etwa 30 Meter verkürzten und 16 Meter breiten Spielfeld, spielte man 6 gegen 6 bei einer Belastungszeit von 6-8 Minuten. Foda korrigierte häufig das Defensiverhalten, ein Spieler soll den Ballführenden stellen, der andere Teil schiebt nach.
    Im Anschluss wechselten die Spieler, die vorher bei Kristl eine kleinere Spielform auf Ballhalten absolvierten, hinüber ins Feld.

    Am späten Nachmittag um 16.00 Uhr ging es mit der zweiten Trainingseinheit weiter.
    Zunächst übernahm Fitnesstrainer Oliver Schäfer mit Dehnungs- und Stabilisationsübungen und dabei kamen auch Thera-Bänder zum Einsatz, die unter Klinsmanns Fitness-Coach Verstegen eine Art Renaissance im Fußball erlebten.

    Unmittelbar danach kam wieder der Ball zum Einsatz und in komplexen Passformen mussten die Spieler ihre Passsicherheit unter Beweis stellen.

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    Die Torhüter machten bei Gerry Sprungkräftübungen sowie Abschläge aus der Hand.
    Im Hauptteil standen Spielformen mit dem Schwerpunkt Spielverlagerung auf dem Programm.
    Auf engem Spielraum musste man versuchen den Ball in den eigenen Reihen zu halten um mit dem 8. Kontakt auf die andere Seite zu verlagern.

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    Wie am Morgen folgte dann eine größere Spielform auf Ballhalten.
    Im Schlussteil kamen die Tore wieder ins Spiel und eine Spielform in 3 Zonen wurde gespielt.
    Dabei dürfen die Spieler ihre jeweilige Zone nicht verlassen und die nächste Zone darf nur durch einen Pass bespielt werden.
    Dabei kritisierte Foda die horizontale Staffelung der Spielung in der Mittelzone. Er forderte konsequent eine Tiefenstaffelung, so dass die Bälle, die von den Stürmern abgelegt werden weiter verarbeitet werden können. So muss ein Spieler, der die Nähe zum Stürmer sucht direkt anspielbar sein. In dieser Traingsform kam die Philosophie von Foda deutlich zum Tragen, indem immer wieder zügig vertikal gespielt wurde und die Stürmer als Wandspieler eingesetzt wurden, die die Mittelfeldspieler in Szene setzten.

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    Zum Ausklang übernahm wiederum Oli Schäfer. Um einen Cool-Down-Effekt zu erzielen ließ er den Ball in Spielzügen zirkulieren.

    Die Trainingswoche wird fortgesetzt mit jeweils 2 Trainingseinheiten am Freitag und Samstag, wobei einige Spieler beim Harder-Cup in Mannheim eingesetzt werden.
    Am Sonntag dürfen die Profis dann auch einmal die Beine hochlegen.

  • Laktattest zum Trainingsauftakt

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    Zum Traingsstart am 02.01. bat Chef-Trainer Franco Foda zum Laktattest auf dem Sportgelände der Technischen Universität Kaiserslautern. Bei Laktattest denkt man wohl als Erstes an den berühmten Piekser ins Ohrläppchen um Blut zu entnehmen.

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    Die geignetste Methode die Laktatkonzentration im Blut unter Belastung festzustellen ist der Feldstufentest. "Er wird auf einer 400-m-Tartanbahn durchgeführt. Zur Temposteuerung stehen in jeweils 50m Abstand Hütchen als Markierungen, ein Signalgeber wird in der Feldmitte postiert." (aus Fußball von Bisanz Gerisch).
    Dabei wird in 5-Minuten-Stufen beginnend mit 2,8 Meteter pro Sekunde bis hin zu 4,4 m/s.
    Bei 4,4 m/s wird die sogenannte anaerobe Schelle erreicht. Ab dieser Schwelle kommt es zur Zunahme der Milchsäure Laktat, was die Leistungsfähigkeit erheblich einschränkt. Es kommt zum Gefühl der Übersäuerung.
    Nach jeder 5-Minuten-Stufe kommt es zur Kapiilarblutentnahme aus dem Ohrläppchen.
    Die Leistungsfähigkeit jedes Athleten wird ermittelt durch die gelaufene Geschwindigkeit an der anaeroben Schwelle die bei 4 Millimol pro Liter Laktat liegt.

    Mit den Ergebnissen, die von der Universität Saarbrücken Institut für Sport- und Präventivmedizin zur Verfügung gestellt werden, kann das Trainerteam den individuellen Leistungsstand der Spieler ermitteln und somit das Training besser steuern.

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    Die mannschaftsinterne Laktatmeisterschaft ging ganz klar an Afrika mit Mo Idrissou, Kwame Nsor und Neuzugang Richard Ofori. Geschlagen geben im Kampf um die Plätze musste sich das Saarland in Person von Hendrik Zuck, mit den Worten: "Ich mach Feierobend!"

  • Bayern München - FCK (DFB-Pokal)

    FC Bayern München – 1.FC Kaiserslautern 4:0

    Bayern mit zurückhaltenden Außenverteidigern, Kaiserslautern mit zwei verschenkten Spielern. Dem Zweitligisten gelang es nicht, die nötige Kompaktheit herzustellen, sodass die Bayern einen leichten Sieg einfahren konnten.

    Grundformationen

    Grundformationen. Je nachdem, wie Baumjohann und Zellner sich verhielten, entstand ein 4-5-1, 4-1-4-1 oder 4-2-3-1

    Heynckes rotierte wieder einmal kräftig und brachte gleich neun neue Spieler. Vor Tom Starke flankierten Contento und Rafinha die Innenverteidiger Boateng und Martinez .

    Auf der Doppelsechs durften Tymoshchuk und Emre Can hinter der offensiven Dreierreihe Robben-Shaqiri-Alaba absichern. Im Sturm erhielt Pizarro seine Chance.

    Alaba und Shaqiri wechselten häufig die Positionen, auch Robben hatte Phasen, in denen er sich relativ frei über das Spielfeld bewegte. Pizarro ließ sich zudem häufig in den Zehnerraum fallen, sodass eine fluide Offensive entstand.

    Kaiserslautern agierte defensiv im 4-5-1, das zwischendurch zu einem 4-1-4-1 werden konnte.

    In Ballbesitz ordneten sie sich dann entweder im 4-2-3-1 an, in dem Baumjohann, Fortounis und Bugera die einzige Spitze Idrissou unterstützen sollten. In einzelnen Szenen wagte sich Zellner auch mit nach vorne, sodass Hajri im 4-1-4-1 alleine zwischen den Linien absicherte.

    Bayern: Absichernde Außenverteidiger und ein interessantes Dreieck

    Auffällig war heute vor allem die zurückhaltende Spielweise der Münchener Außenverteidiger. Während Contento seinen Vordermann immerhin einige wenige Male hinterlief, verzichtete Rafinha auf dem anderen Flügel fast vollkommen auf dieses Mittel.

    Die vergleichsweise tiefe Positionierung der Flügelverteidiger hatte natürlich Konsequenzen: Tymoshchuk und besonders Can konnten sehr weit mit aufrücken, ohne große Konterräume anzubieten. Während der eine Außenverteidiger das Spiel breit machte und als sichere Rückpassoption diente, rückte der andere ein und sicherte hinter den aufgerückten Sechsern ab.

    Emre Can rückte auffällig oft mit auf und suchte den Kontakt zu Alaba und Shaqiri, die sich die Rollen des Zehners und Linksaußens teilten. Sie spielten eng beieinander, was zu einigen schönen Kombinationen im linken Halbraum führte. Kaiserslautern musste in diesen Szenen weit mit auf die Seite schieben, was zwangsläufig dazu führte, dass Robben per Spielverlagerung freigespielt werden konnte. Der Niederländer stellte Jessen dann im direkten Duell immer wieder für Probleme

    Robben und der “falsche” Doppelpass

    Ein weiteres Mittel, was Bayern nutzte, um Tempo im Angriffsspiel aufzunehmen, war ein immer wiederkehrender Spielzug über Robben. Der Flügelstürmer ließ sich wie gewohnt an der Seitenlinie mit dem Rücken zum Tor anspielen.

    Von dort aus spielte er spätestens mit dem zweiten Kontakt in den Zehnerraum, wo Shaqiri, Alaba oder Pizarro denn Ball empfingen. Robben lief nun aber nicht wie bei einem “normalen” Doppelpass die Linie entlang, um den Ball hinter Jessen wiederzubekommen. Stattdessen sprintete er seinem Pass hinterher, sodass bspw. Pizarro den Ball einfach nur ablegen musste.

    Simpel, aber unheimlich effizient: Robben verbesserte seine Situation durch diesen einfachen Doppelpass enorm. Erst steht er mit dem Rücken zum Tor an der Außenlinie, was dem Gegner nicht schadet. Wenige Sekunden später kann er den Ball in hohem Tempo durch den Zehnerraum führen, ohne einen Zweikampf bestritten zu haben. Aus diesen Positionen konnte er dann einige gute Pässe durch die Schnittstellen spielen, in die Pizarro, Alaba und Shaqiri starteten.

    Robben war nun schwerer ausrechenbar und konnte erst attackiert werden, nachdem er Tempo aufgenommen hatte. Messi spielte zu seiner Zeit als Rechtsaußen gerne solche Bälle, auch heute sieht man diese Art von Doppelpass häufig bei Barcelona. Da die Verteidiger ja nunmal nicht durch den ablegenden Spieler durchgehen können, ist es für den Gegner kaum möglich zu verhindern, dass der angreifende Spieler mit Tempo auf die Abwehr zulaufen kann.

    Kaiserlautern flexibel, aber fehlerhaft:

    Trainer Foda ließ sein Team in einer 4-1-4-1/4-5-1-Grundordnung spielen. Ziel war es, das Zentrum zu schließen. Der für einen Zehner sehr tief spielende Baumjohann sollte es den Sechsern ermöglichen, auf den Außenbahnen zu doppeln, ohne Räume in der Zentrale zu offenbaren.

    In den Situationen, in denen man sich im 4-1-4-1 positionierte, rückte Zellner neben Baumjohann, Hajri sicherte zwischen den Viererketten ab. Das 4-1-4-1 bestand aber selten länger als ein paar Sekunden, denn Alaba und Shaqiri besetzten häufig den Halbraum neben Hajri.

    Zellner und Baumjohann mussten schnell auf dessen Höhe zurückfallen, um Unterzahlsituationen zu vermeiden. Fortounis und Bugera wirkten aufgrund der angesprochenen, tiefen Positionierung von Contento und Rafinha manchmal etwas desorientiert.

    Sie hätten deutlich weiter einschieben können, sodass das Aufrücken von Can und Tymoshchuk sowie die enge Verbindung zwischen Alaba und Shaqiri nicht für ein derartiges Übergewicht der Münchener im Zentrum gesorgt hätten.

    Da sie sich aber zu sehr an Contento und Rafinha orientierten, waren sie gewissermaßen verschenkte Spieler. Häufig standen sie zu hoch, sodass Bayern mit einfachen Pässen zwischen Bugera und Zellner bzw. Fortounis und Baumjohann auf die Außen spielen konnte.

    Fehlende Verbindungen im Angriff

    In der Offensive war Idrissou oft auf sich allein gestellt. Da Baumjohann wegen seiner vielen Defensivaufgaben sehr tief spielte, waren die Wege für ihn ins letzte Drittel weit. Häufig hatte Idrissou den Ball schon gegen die zahlenmäßig überlegene Bayern-Defensive verloren, bevor Baumjohann, Fortounis oder Bugera die gefährlichen Zonen erreicht hatten.

    Schaffte es Idrissou jedoch, den Ball zu behaupten, brachte der Zweitligist ein paar ansehliche Angriffe zustande. Auffällig war hier vor allem, dass sie sehr darauf achteten, keine (Gegen)Konter zu fangen. Sie spielten keine riskanten Pässe und gingen wirklich nur dann ins Dribbling, wenn sie sich sicher waren, den Ball nicht zu verlieren.

    Des Weiteren schafften sie es, nahezu jeden Angriff in irgendeiner Art und Weise abzuschließen. Auch wenn die Torschüsse meistens ungefährlich waren, hatten sie durch den folgenden Abstoß Zeit, sich wieder in die defensive Grundordnung zu stellen. Da Starke eben nicht die Abwürfe eines Manuel Neuers in petto hat, taten den Lauterern auch die gehaltenen Schüsse nicht weh.

    Die Tore

    Beim 1:0 stand die Viererkette des Zweitligisten recht hoch und zudem noch weit auseinander. Pizarro bewegte sich in Richtung Robben, Jessen und Heintz waren jeweils sehr nah am Mann. Da Torrejon und Dick aber nicht weit genug rüberschoben, konnten Robben und Pizarro die 2gegen2-Situation nach Tymoshchuks Flugball auf den rechten Flügel problemlos lösen.

    Bayern kann im Zentrum Überzahl herstellen. Dies gelingt auch, weil Fortounis und Bugera zu mannorientiert spielten, und die Passwege auf Bayerns Flügelstürmer so öffneten. Tymoshchuk hätte Robben hier auch in den Fuß spielen können, der große Raum hinter der Kette und wenig Druck auf den Ukrainer ermöglichen ihm aber den anspruchsvolleren Pass. Dick und Torrejon verpassten es hier, weiter rüberzuschieben, um Überzahl herzustellen.

    Dem 2:0 ging eine verunglückte Kopfballabwehr von Jessen voraus, vorher aber sah man schön den Plan der Münchener. Sie lockten Kaiserslautern im Verbund weit auf die linke Seite, spielten zurück auf Tymoshchuk, der dann auf Robben ins direkte Duell mit Jessen schicken wollte.

    Im Prinzip war es eine Kopie des 1:0, nur dass Kaiserslautern diesmal deutlich tiefer stand. Tymoshchuk sah sich jedoch wieder keinem Druck ausgesetzt und so entstand das wohlgemerkt glückliche Tor.

    Die beiden weiteren Treffer waren nicht direktes Ergebnis von taktischen Aspekten: Das 3:0 fiel nach einer Freistoßflanke, das 4:0 nach einem der wenigen Gegenkonter der Münchener. Hier ging eine der wenigen Szenen voraus, in denen Kaiserslautern bei eigenen Kontern in schlechter Staffelung aufrückte und dann den Ball verlor. Dies gelang ihnen im restlichen Spiel besser, Bayern kam kaum zu Gegenstößen.

    Was sonst noch auffällig war

    Bayern weiterhin ungefährlich bei eigenen Ecken
    Boateng wirkt diese Saison deutlich verbessert im Passspiel
    Bayern arbeitet weiter am Gegenpressing
    Kaiserslautern mit zu vielen individuellen Fehlern, um einen Erstligisten aus dem Pokal werfen zu können
    Martinez als Innenverteidiger mit gutem Auge, dafür aber mit Problemen im Antritt (Auswirkung der ungewöhnlichen Vorbereitung?)

    Fazit

    Bayern zeigte sich passsicher, taktisch diszipliniert und effizient, denn bis auf die Tore gab es kaum große Chancen. Die Außenverteidiger sicherten gut ab und bewahrten den Kombinationsfluss, sodass Kaiserslautern viel hin- und herschieben musste.

    Die Pfälzer schafften es bei Kontern nur selten, Idrissou die nötige Unterstützung zu verschaffen. Dann, wenn es gelang, spielten sie anständige Angriffe, ohne dabei aber für große Torgefahr zu sorgen. Das Vermeiden von Kontern und Gegenkontern gelang bis auf die Situation vorm 4:0 gut, dafür machten sie zu viele individuelle Fehler.

    Hätten Bugera und Fortounis enger gespielt, wäre Bayern gezwungen gewesen, mehr über Contento und Rafinha nach vorne zu spielen. Kaiserslautern hätte dann im 4-5-1 schön auf die Seiten schieben können, um Überzahl herzustellen. So hatte der Rekordmeister aber leichtes Spiel und zieht standesgemäß in die nächste Runde ein.

    Quelle: www.spielverlagerung.de

  • FCK-Eintracht Braunschweig: Punkteteilung im Spitzenspiel

    Lautern trat wie auch in Bochum im 4-4-2 an. Einzige Änderungen waren die Einsätze von Denis LINSMAYER und Hendrik ZUCK für die verletzten AZAOUAGH und ALUSHI. Der Einsatz zweier horizontaler (defensiver) 6er erwies sich in der Folge als ein Knackpunkt im Spielaufbau der Roten Teufel.

    Braunschweig spielte wie erwartet und wie im letzten Artikel angekündigt (siehe unten). Viel Rotation und Überzahlschaffen auf der linken Angriffsseite, was vor allem bei Ballverlust zu günstigen Gegenpressingmöglichkeiten führte. Im Angriff spielten die Blau-Gelben häufig in einer 3-3-4 Formation, weil sich Theuerkauf zwischen die Innenverteidiger schob, die Außenverteidiger höher standen und die offensiven Außen auf eine Höhe mit KUMBELA und ZHANG rückten. Überrascht wurde die rechte Seite der Lautrer regelmäßig vom blitzartigen Einschalten von REICHELT. DICK stellte sich erst später besser darauf ein. Die Braunschweiger eröffneten im Pressing eine "Gasse" für TORREJON. Die meisten Angriffe des FCK liefen somit über seine rechte Seite. ZHANG verstärkte das Zentrum wodurch eine Überzahl entstand. Schlechtes Freilaufverhalten der beiden 6er führten zu einem Spielaufbau über den technisch limitierten DICK. Die Offensiven Außen (FORTOUNIS, ZUCK) sowie die zentralen Angreifer MICANSKI und IDRISSOU rochierten zu wenig um anspielbar zu sein. Zurückkommend auf den eingangs beschriebenen Knackpunkt: Die Aufstellung der beiden horizontalen 6er. Linsmayer zeigte sich sehr laufstark, doch beide 6er spielten nur Quer- und Rückpässe. Wo vorher ALUSHI oder AZAOUAGH viele Pässe in die Tiefe auf IDRISSOU spielten, fehlte dieses wichtige Element heute. So zog sich das Lautrer Spiel zunehmend in die Breite, was den Braunschweigern in die Karten spielte.
    Interessant die Eckballvariante der Lautrer: DICK und MICANSKI laufen gemeinsam auf den Eckballschützen zu. DICK macht einen Bogen zurück in den Strafraum und MICANSKI kommt dem Eckballschützen kurz entgegen.
    Erst spät in der 1. Halbzeit verlagerte man das Spiel geschickt gegen die weit eingerückten Gäste.
    Nach dem herrlichen Freistoßtreffer von DICK wirkte der FCK im Angriffsverhalten etwas befreiter.
    In der 2. Hälfte kam bei der Eintracht ADEMI für ZHANG. Dadurch griff man das Lautrer Aufbauspiel mit 2 Stürmern an, was Pässe ins Zentrum einfacher machten. Die Braunschweiger spielten nicht mehr mit dem Rotationsspiel wie in Halbzeit 1 und die Lautrer bekamen das Spiel defensiv besser in den Griff. Nach vorne konnte man keine entscheidenden Akzente mehr setzen. Es entwickelte sich ein Spiel mit vielen technischen Mängeln auf beiden Seiten. Das 1:1 Gegentor nach einem Alleingang von ADEMI war sicherlich vermeidbar gewesen durch eine bessere Abstimmung und beherzteres Abwehrverhalten.

    Insgesamt war es ein leistungsgerechtes Unentschieden, wo Braunschweig in der 1. Halbzeit die bessere Spielanlage zeigte. Lautern arbeitete sich nach und nach in die Partie.
    3 Punkte zuhause, 1 Punkt auswärts... so steigt man auf oder wie war das?

  • Vorschau: Eintracht Braunschweig auf dem Betzenberg

    Am Sonntag kehren alte Bekannte zurück auf den Betzenberg.
    Allen voran der in Bad Dürkheim geborene Trainer Torsten Lieberknecht, der von 1990 bis 1994 für den FCK aktiv war.
    Marcel Correia, der in Braunschweig den Durchbruch geschafft hat, ist wohl allen in Lautern noch ein Begriff. Das ehemalige Lautrer Eigengewächs spielte von 1990 bis 2011 für die Roten Teufel. Matthias Henn, derzeit im Aufbau-Training nach einer Knie-OP, trug das FCK-Trikot von 2002 bis 2007 und wurde mit den A-Junioren Deutscher Pokalsieger.
    Stürmer Dominik Kumbela (2002-2005 beim FCK), in Lautern suspendiert, spielt im Angriff der Braunschweiger eine gewichtige Rolle.
    Fußball-Kenner im Südwesten haben mit Sicherheit den Namen Korte schon einmal vernommen. Die Brüder Raffael und Gianluca Korte wechselten 2011 vom Oberligisten TuS Mechtersheim zum Zweitligisten Braunschweig.

    Eintracht Braunschweig

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    Braunschweigs Grundformation

    Bereits in der vergangenen Saison mischte die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht als Aufsteiger die zweite Liga auf – nun thronen die Löwen von der Tabellenspitze und lassen alte Erstligaträume der Fans wieder aufleben. Derzeit zeigt sich das kontinuierlich gewachsene Team als sehr kohärente Einheit, sowohl stark und effizient im Angriff als auch sicher in der Verteidigung.
    Offensiv fällt im Spiel der Braunschweiger das Überladen der Seiten durch die zentralen Mittelfeldspieler – meistens den beweglichen, sich gut im Halbraum freilaufenden Kratz sowie den verbindend wirkenden Kapitän Kruppke – und den nach außen ausweichenden Stürmer Kumbela auf. In dieser Form versucht die Eintracht die Flügel zu überladen, findet aber noch nicht die letzte Effektivität, diese Ansätze zentral vor das Tor zu bringen. Ein weiteres wichtiges Angriffsmittel sind die vielen längeren, aber gezielt gespielten Pässe direkt aus der Innenverteidigung oder von Theuerkauf, der sich bei Bedarf in eine Dreierkette fallen lassen kann. Zwei bevorzugte Spielzüge dieser Art sind in der Grafik zu erkennen, können aber gegen Gegner, die auf dem Flügel disziplinierter ihre Ketten halten als die meisten anderen Zweitligisten, ineffektiv werden. Auch bei diesen Angriffen ist im letzten Drittel allerdings oft zu erkennen, dass die Mannschaft die erzeugten aussichtsreichen Situationen nicht präzise genug ausspielt.

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    Zwei beispielhafte Spielzüge: Variante I: Der offensive Außenspieler geht seinem Außenverteidiger entgegen und schafft hinter sich Raum für den dorthin rochierenden Kumbela, der ins Mittelfeld ablegen kann.
    Variante II: Der Außenverteidiger bliebt tief und schafft zwischen sich und seinem Außenspieler einen Raum. In diesen spielt ein Innenverteidiger den Pass, der wieder ins zentrale Mittelfeld abgelegt wird. Hier können Kratz, Kruppke und Kumbela in den Raum zum Ball gehen. Bei beiden Spielzügen geht es durch eine Kombination aus Raumschaffen auf dem Flügel und vertikalem Klatsch-Spiel darum, die Achter in den Halbräumen mit Blick zum Tor freizuspielen. Anmerkung: Passwege in Schwarz, Bewegungen in Blau.

    So ist es mehr noch als das Offensivspiel, dessen Gefahr sich neben dem vertikal aufgezogenen und seitlich orientierten Aufbauspiel besonders aus schnellen und ähnlich aufgebauten Kontern über die Flügel speist, die starke Verteidigung mit nur zwei Gegentoren aus sechs Spielen, die essentiell für den Erfolg der Gelb-Blauen ist.
    Ihre 4-1-4-1-Formation interpretieren die Niedersachsen sehr diszipliniert und füllen sie mit einem effektiven Pressing. Dabei soll Kumbelas Anlaufen und das enge Decken der gegnerischen Außenverteidiger unbedachte Vorstöße eines Innenverteidigers provozieren. Indem dieser nach einigen Metern von einem Braunschweiger Mittelfeldspieler konfrontiert wird, soll ein Pass zum frei werdenden ballnahen Sechser des Gegners erfolgen, der sowohl aus seinem Rücken als auch von dem zurückrückenden Eintracht-Spieler gepresst werden kann. Dabei stellt sich das Mittelfeldzentrum der Lieberknecht-Truppe sehr geschickt an und erobert viele Bälle. Weil der Gegner durch seine Sechser kaum ins Spiel kommen kann, werden in passenden Situationen genau diese Ballgewinne provoziert, die durch einen Steilpass auf Kumbela in den Raum hinter dem aufgerückten gegnerischen Innenverteidiger sehr effektiv genutzt werden können.
    Nicht nur die geordnete defensive Grundformation und das angewendete Pressing können überzeugen, sondern auch das Umschalten nach Ballverlust: Selbst wenn das Gegenpressing in den offensiv überladenen Räumen nicht funktioniert und der Gegner sich im Zentrum freischwimmen kann, bereinigen die Braunschweiger viele Situationen durch ihr starkes Zurückrücken. Gerade die beiden offensiven Außenspieler rücken enorm dynamisch und aggressiv ein und nach hinten zurück und betreiben hervorragendes Rückwärtspressing in Richtung der Halbräume.

    Anfällig werden die Braunschweiger eigentlich nur dann, wenn die Defensivarbeit der Offensivspieler trotz Absicherungen überspielt werden kann – der Raum vor der Viererkette ist eine zum Teil zugelassene Schwäche im System, die durch die Arbeit der Offensive kaschiert werden soll. Doch wenn die vordere Reihe einmal überspielt ist, kann die erste Chance für den Gegner sofort eine besonders gefährliche werden, da der Gegner auf die Abwehr zulaufen kann und diese in der Endverteidigung gut, aber nicht ohne Makel agiert.
    Auch wenn es am gestrigen Sonntag beim 1:1 bei den Löwen aus München den ersten Punktverlust der Saison gab, ändert dies nichts an der Tabellenführung für die Eintracht. Man darf gespannt sein, ob die Braunschweiger wirklich um den Aufstieg mitmischen können – zuzutrauen wäre es ihnen.

    Quelle: www.spielverlagerung.de

  • FC Köln-FSV Frankfurt

    In der ersten Halbzeit entwickelte sich ein Spiel, das dem Prädikat Profifußball nicht würdig war. Kein Tempo, schlechte Raumaufteilung , viele Missverständnisse und wenig Selbstvertrauen vor allem auf Kölner Seite. Nicht unverständlich nach dem bisherigen Saisonverlauf. FSV Frankfurt als Tabellenführer angereist, verweigerte in der ersten Hälfte jegliche ernstzunehmende Angriffsbemühungen.

    Der FSV Frankfurt spielte aus einem Abwehrpressing heraus und attackierte die Kölner Angriffsbemühungen erst ab der Mittelinie. Mit einem 4-1-4-1 als Ausgangsformation überließ man den Kölner den Ballbesitz. Viel wurde der Frankfurter Defensivarbeit nicht abverlangt. Einfache Verschiebebewegungen reichten aus um das Angriffspiel des FC zu ersticken. Dem Kölner Spiel fehlte die Tiefe im Mittelfeld, Tempoverschärfungen, Kreativität und vor allem das Selbstvertrauen. Auffällig die positive Körpersprache von Lehmann und Strobl, die viele Bälle forderten und Lehmann viel kommunizierte, sowie Clemens der sich von dem schwindenden Selbstvertrauen sichtlich nicht anstecken ließ. Den restlichen Feldspieler fehlte völlig der mutig eigeninitiativ zu sein.
    Der „Eff Zeh“ spielte aus einem flexiblen 4-2-3-1 heraus. Im Spielaufbau stand Eichner sehr hoch was den Frankfurter rechten Offensiven dazu zwang seine Postion im Defensivspiel nach hinten zu verlagern und Brecko suchte bei eigenem Ballbesitz die Höhe. Die offensiven Außen Bröker und Clemens besetzen immer wieder das Zentrum um Raum auf den Außenbahnen zu schaffen. Die 3 zentralen Mittelfeldspieler ließen sich immer wieder fallen. Im weiteren Verlauf war Bigalke wenig im Spielaufbau aktiv und nur noch Lehmann und Strobl lenkten von hinten heraus. Auffällig die sehr weite Breitenstaffelung bei Ballbesitz. Beide standen nicht im Zentrum sondern ließen sich nach hinten seitlich fallen. Einerseits sinnvoll um bei Ballverlust die Räume der hoch aufgerückten Außenverteidiger abzusichern, andrerseits war es für den Gegner sehr einfach das Spiel auf den Außenbahnen einzukesseln sobald Lehmann oder Strobl in Ballbesitz waren. Die Folge waren häufige Ballverluste nach langen riskanten Flachpässen auf Ujah. Da das Zentrum verwaist war konnte man zudem kein gutes Gegenpressing spielen.

    In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein munteres Spiel. Timo Horn, der in dieser Saison zuverlässigste Kölner leitete das 1:0 ein. Der eingewechselte Chihi traf zum 2:0. Nach dem späten Anschlusstreffer wachten die Hessen nochmal auf, doch ein Unentschiedenen wäre unverdient gewesen gegen in der 2. Hälfte sehr engagierte Kölner.

    Als stärkster Mannschaftsteil erwies sich wieder einmal das Kölner Publikum, das stets anfeuerte und nie resignierte.

  • FCK-Hertha BSC (1.Halbzeit)

    Im Spitzenspiel der beiden vermeintlichen Aufstiegsaspiranten und Aufsteiger der Saison 1996/1997 war von Anfang an von Aggressivität geprägt. Nicht verwunderlich, da diese Paarung mittlerweile den Stellenwert eines Prestigeduells erreicht hat.

    Lautern began im Vergleich zu den bisherigen Auftritten in einem klaren 4-2-3-1. Wo vorher BAUMJOHANN mehr oder weniger auf einer Höhe mit IDRISSOU spielte, übernahm er in diesem Spiel die Rolle der 10ers.
    AZAOUAGH bekam überraschend den Vorzug vor dem bisher überzeugenden ALUSHI.

    Der FCK lief den Gegner in dieser Partie deutlicher höher an.
    IDRISSOU kam die Aufgabe zuteil, als erster Spieler den Spielaufbau der Herthaner schon 25-30 Meter vor deren Tor zu stören. Dabei lief er die Innenverteidiger im Bogen an und drängte sie in die äußere Spielfeldzone. Weiter war es seine Aufgabe Querpässe der Innenverteidiger zuzustellen. Dadurch, dass BAUMJOHANN im Pressingspiel zurückgezogener als sonst agierte, schaffte man im Zentrum eine numerische Überlegenheit.
    Diese Veränderung lässt viel Interpretationsspielraum offen: Veränderte man die Formation aus Respekt vor den Berliner oder man hat deren Spielanlage gut studiert und versuchte Hertha so zu Fehlern zu zwingen.
    Jedenfalls gelang es durch IDRISSOUs frühes Anlaufen den ersten Schwung aus dem Aufbauspiel zu nehmen und lange flache Tiefpässe ins Zentrum zu provozieren. Dies wurde vor allem begünstigt durch schlechtes Freilaufverhalten der Berliner defensiven Mittelfeldspielern.
    FRANZ spielte häufig lange hohe Bälle.

    Was erneut wieder nicht optimal praktiziert wurde war das Gegenpressing der Lautrer (sofortiges Attackieren des Gegners in dessen Hälfte nach Ballverlust).
    Hier fehlte deutlich die Aggressivität und das schnelle Einrücken der äußeren Mittelfeldspieler. Lediglich die Außenverteidiger zeigten beherztes Einsteigen und konnten somit wichtige Zweikämpfe gewinnen.

    Die Herthaner störten den Lautrer Spielaufbau ca 15 Meter hinter der Mittellinie. Dabei wurden im Gegensatz zum Pressing des FCK, die Innenverteidiger von 2 Stürmer angegriffen.
    BUNJAKU rückte im Spielaufbau ins Zentrum um eine weitere Spielstation zu bieten.
    Bei den beiden 6ern kam BORYSIUK die Rolle des absichernden und AZAOUAGH die Rolle des offensiven spielgestaltenden 6er zuteil. Die neue der Generation der Spielanalysten spricht hierbei von "horizontalem" und "vertikalem" 6er. BORYSIUK spielte unauffälig aber solide. AZAOUAGH bevorzugte mehr das Spiel in die Tiefe als in die Breite, was das FCK-Spiel zeitweise schneller machte, allerdings hatte er zu häufig unerklärlich lange Ballbesitzzeiten.
    BAUMJOHANN fungierte wieder als Verbindungsspieler und wurde in diesem Spiel nicht so eng markiert wie gegen Duisburg und kam so häufiger zu Anspielen in die Spitze.
    DICK zeigte einen hohen Offensivdrang, was begünstigt wurde durch das Absetzen ZUCKs ins Zentrum.
    Die spielerische Linie im FCK-Spiel verflachte allerdings sehr schnell und hohe Bälle auf IDRISSOU wurden immer häufiger gespielt.

  • Spielanalyse FCK-MSV Duisburg

    In einem zweikampflastigen und intensiven Spiel setzte sich der FCK am Ende mit 2:1 gegen überraschend starke Duisburger durch. Der FCK fand in diesem Spiel nicht in seine Struktur und seinen Spielrhythmus, was vor allem den kompakten und aggressiven Zebras zuzuschreiben war.

    Der FCK versuchte wie gewohnt durch seine vielen Positionswechsel in der Offensive Unordnung in den gegnerischen Deckungsverbund zu reißen. Dabei war wieder einmal auffällig, dass IDRISSOU sich aus dem Sturmzentrum auf die Außenbahn bewegte um Raum für nachrückende Spieler zu schaffen. BUNJAKU zog häufig nach Innen was BAUMJOHANN dazu veranlasste die Außenbahn zu besetzen. Zudem fungierte der Ex-Schalker als Verbindungsspieler zwischen Mittelfeld und Angriff, ließ sich häufig zurückfallen wonach ALUSHI eine Position vorrückte. Die Abstände zwischen dem defensiven Mittelfeldspieler BORYSIUK und den 5 vorderen Offensivspielern war relativ groß, was besonders bei Ballverlusten in lange Laufwege im Umschaltverhalten mündete.

    All diese Maßnahmen brachten nicht den gewünschten Erfolg, weil die Duisburger sehr diszipliniert verteidigten und Druck auf den Lautrer Spielaufbau ausübten. Vor allem im Zentrum stand man sehr kompakt und IDRISSOU konnte sich gegen den starken Duisburger LACHEB kaum durchsetzen. Lediglich beim 1:0 für den FCK konnte IDRISSOU’s Vorarbeit für HENDRIK ZUCK nicht gestört werden. Unterstützt wurde er dabei immer wieder von einem 6er um zu doppeln. Ausgehend von einer Angriffshöhe auf Höhe des Mittelkreises in der gegnerischen Hälfte setzte Duisburg die Lautrer Abwehr situativ oft weiter vorne unter Druck, was zu häufigen unkontrollierten langen Bällen in der Spieleröffnung führte (DICK, HEINTZ). Vor allem spielte Duisburg ein hervorragendes Gegenpressing und eroberte somit viele „zweite Bälle“. Allerdings attackierten dabei nur die hochaufgerückten Offensivspieler und die Abwehrreihe stand weit zurückgezogen. Folglich konnte der FCK, sobald man die vorderste Reihe überspielt hat, sehr schnell in die freien Räumen im Rücken der Angreifer stoßen.

    Insgesamt sah man ein Spiel auf Augenhöhe, indem letztendlich der „ goldene Schuss“ von AZAOUAGH entscheidete. Spielerisch kein Spiel auf hohem Niveau, da sehr viel mit langen Bällen im Spielaufbau operiert wurde. Somit wurde es ein Spiel der „zweiten Bälle“ wie beim 2:1 gesehen als AZAOUAGH schneller reagierte nach der Kopfballabwehr der Duisburger. Dieses Spiel war ein weiteres Indiz dafür, dass es in der 2. Liga keine einfachen Gegner gibt und man in jedem Spieler alles aus sich rausholen muss.

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